Fotomarathon Dresden 2015 – oder: Wie ich Erfindungsgeist gebraucht hätte, aber keinen fand

Nachdem es mir letztes Jahr in Dresden so viel Spass gemacht hatte, stand auch für dieses Jahr der FMDD wieder im Kalender.

Unter anderem gefällt dieser FM mir auch so gut, weil man nicht löschen darf – eine zusätzliche Herausforderung, die mir als Schülerin der guten, alten Analogfotozeit sehr zusagt.
Leider musste ich meine analoge SLR in Rente schicken, weil ein minikleines Teilchen im manuellen Filmtransportgestänge gebrochen war und dieses Teil schlicht nicht mehr zu bekommen war. Naja, ehrlich gesagt mag ich meine DSLR auch sehr gerne, und es hilft ja nichts…
Also Köfferchen gepackt und freitags 500 km aus dem Bayernland nach DD angereist.

Mitreisender BEDW bot am Samstag an, mich zum Startplatz am Hygienemuseum zu chauffieren, doch ein Blick aus dem Hotelfenster hatte ergeben, dass die Strecke durchaus erlaufbar war.
Kurz nach 12 nahm ich meine 189 in Empfang

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und fläzte mich dann noch ein bisschen in die Sonne, bevor es um 13 Uhr mit Ansprache, Geburtstagsständchen für einen Teilnehmer und dann eeeendlich (nach 13 Uhr! *schmoll*) mit der Themenzettelverteilung losging.

Auf A5 Zetteln, prima, das reicht an Grösse auch völlig.
Nachdem ich die Themen gelesen hatte, war der Inhalt meiner Kreativabteilung im Gehirn allerdings auch auf maximal DIN A 5 geschrumpft…

Motto: Dresdener Erfindungen

Das ging noch.

1. Scherben bringen Glück (Porzellan)
2. Mal richtig Dampf ablassen (Lokomotive)
3. Synapsenkleber (Schokolade)
4. Eine tragende Rolle (BH)
5. Gespiegelter Durchblick (Sucherkamera)

Ähm… WHAT?
„DU wolltest doch unbedingt wieder mitmachen!!!!“ smste Männe mir auf mein Themenfoto zurück.

Meine Notizen, was ich am Vortag bei der Fahrt durch Dresden wo gesehen hatte, und auch meine grundsätzliche Idee warf ich gleich mal in die Ablage P.
Startfotoidee wollte ich aber umsetzen, da ich sowieso nicht mit einer wirklich dazu passenden Themenvorgabe gerechnet hatte.
Und mehr Bilder von der Stadt wollte ich einbringen.
Wenn schon meine Ideen dem ersten Schock nach eher langweilig waren, sollte man wenigstens die schöne Stadt sehen.
Weil ich im letzten Jahr eher Probleme mit der Anreise zum Zwischenziel hatte, fuhr ich diesmal gleich rüber zum Albertplatz.
Ich brauchte für mein erstes Foto einen Brunnen, und da gibt’s in Dresden ja reichlich.
Ein bisschen sparsam und wirr lief ich am Albertplatz herum, und offensichtlich war dieser eine Brunnen da vorne etwas besonderes, denn eine Stadtführung hielt dort und erzählte längere Zeit etwas. Ausserdem schwammen da zwei einsame Erpel in Junggesellen-WG drin rum, perfekt!
Jetzt brauche ich nur noch Scherben….
Also die nahe Drogeriefiliale aufgesucht.
Erst wollte ich eine Glasschale erwerben, doch das wäre ja falsch… Scherben bringen Glück, aber keine Glasscherben! Glück und Glas, wie leicht bricht das! Auf Polterabenden nur Porzellan verwenden! Also kaufte ich einen hässlichen Blumenübertopf, dessen Zerstörung mir nicht allzu nahe gehen würde.
Da ich noch so ein bisschen meiner Gelb-Idee nachtrauerte, nahm ich noch gelb eingepackten Traubenzucker mit, eventuell für Thema 2.
Zurück an meinem Brunnen wartete ich auf eine Strassenbahn, um in deren Geräuschkulisse unauffällig den Blumenpott zu zerdeppern.
Auftritt Badeenten!
Ursprüngliche Idee war dieses Volksfestspiel, bei dem man aus einem Pool eine Badeente angelt, und je nach aufgemalter Nummer einen Preis gewinnt.
War jetzt mit dem Porzellan nicht mehr ganz umzusetzen. Es wurde nun eine Befreiungsszene… Die Badeenten fliehen aus dem zum Glück aufgeplatzten Blumenpott in den Teich!
Und die Einsamen Erpel schwammen auch noch dekorativ durch’s Bild.

1. Scherben bringen Glück (Artesischer Brunnen, Albertplatz)

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Auf zu Thema 2! Ein Fitnessstudio sollte her! Dank moderner Technik im Telefon war eins in der Nähe ausgemacht. Hingelaufen, Foto gemacht, Streichergebnis. Aber hübsches Haus. Und gelbe Schrift im Logo.

2. Mal richtig Dampf ablassen (Königsbrücker Str.)

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Ja, und nun zum Synapsenkleber. Da fiel mir auch im übertragenden Sinne nichts ein, wofür ich nicht ein Biologielabor gebraucht hätte. Also musste Schokolade her. Schnell im Supermarkt eine großzügige Auswahl Schoki eingekauft. BEDW freute sich übrigens sehr, vor allem die Halloren-Kugeln waren bis zum Abend Geschichte. 😉

Die Idee, den Traubenzucker einzusetzen, den ich eh schon gekauft hatte, kam mir übrigens erst auf der Heimreise…
Ich baute also ein Schoko-Enten-Stillleben mit einer dekorativen Häuserzeile im Hintergrund..
Nach dem Schuss fiel mir auf, dass ich besser die andere Optik verwendet hätte, was soll ich sagen, meine Synapsen klebten halt nicht zusammen.

3. Synapsenkleber (Königsbrücker Str.)

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Ich schlenderte gemütlich zurück zum Albertplatz und nahm die nächsten Themen und Kuchen (Lecker!) entgegen. „Ah, die find ich besser!“ – „ECHT?“ Die erstaunte Rückfrage. *kicher*

Die zweite Hälfte fand ich wirklich nicht ganz so erschütternd, bis auf die 9 oO

6. Immer eine Reise wert (Reiseschreibmaschine)
7. Nur das beste kommt durch (Filtertüten)
8. ein bezauberndes Lächeln (Odol)
9. Untersetzt und angeschrieben (Bierdeckel)
10. Ziehen lassen (Teebeutel)

Für 5 und 6 wollte ich wieder in die Altstadt, auf der Carolabrücke fielen mir die vielen Krane in der Skyline auf. Und die Dinger sind auch gelb-orange. Und tragen…
Optik gewechselt, Bildausschnitt gewählt, und im Moment des Auslösens der Gedanke: „Semperoper! Tragende Rolle!“ Joa, hätten wir halt mal ein bisserl nach rechts geguckt, ne… Der Fluss trägt auch die Schiffe und äh… Ja…egal.

4. Eine tragende Rolle (Blick auf die Altstadt von der Carolabrücke aus)

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Zu den Erfindungen, auf die die Themen anspielten, gab es auch immer eine Erklärung. Das konnte einerseits ablenken, andererseits aber auch Ideen bringen. Wie zum Beispiel bei der 5. Die in Dresden erfundene Kamera hatte das „Problem“, daß das Sucherbild spiegelverkehrt war.

Also wollte ich ein spiegelverkehrtes Sucherbild machen, und dafür konnte die Spiegelkonstruktion im Hotelzimmer herhalten.

BEDW guckte seiner abgekämpften, hektisch wurschtelnden Frau staunend zu, die den richtigen Winkel suchte und das halbe Zimmer umbaute, um nicht mit im Spiegel zu sein. Den Zustand nennt man beim Lauf-Marathon wohl „Runners High“…;)

5.  Gespiegelter Durchblick (im Hotel 😉 )

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Nachdem hier wieder meine Startnummernente herhalten musste, beschloss ich, obwohl ich es nicht wirklich wollte, zur Not die Ente als gelbes Element zu nutzen.
Aus der Not wurde Tugend und Quietschi ist nur auf 2 Bildern nicht drauf. Ich mag so offensichtliche rote Fäden ja nicht wirklich, aber bei den anspruchsvollen Themen und Regeln gab ich mich dann mir selbst geschlagen.

Die Ente ging also auf Reisen, Herausforderung war, hier nicht ständig Passanten im Bild zu haben. Da ich hinter einer städtischen Pflanzschale saß, war auch nicht wirklich zu erkennen, daß jemand ein Foto macht… Fast hätte ich hier die Kamera im Hochformat ausgelöst, aber Gott sei Dank hatte ich den „Hochkantknopf“ am Batteriegriff sowieso ausgeschaltet, damit ich nicht aus Versehen mit dem Gürtel ein Foto mache.

6. Immer eine Reise wert (Neumarkt)

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Zurück zum Hotel, puh, ganz schöne Massen sind in der Innenstadt unterwegs.

Mann, Auto, Ente, Hotel und Schranke werden engagiert für „Nur das Beste kommt durch“. Sehr komplementäre Farbkomposition, gut, dass das Auto auch blau ist…

7. Nur das Beste kommt durch (Parkplatz und Eingang des Gewandhauses, Altstadt)

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Männe chauffierte mich dann auch raus zu den Elbschlössern, das ging schneller als mit der Strassenbahn. War ja doch ein ganzes Stück. Irgendwie kommt mir Dresden bei jedem Besuch grösser vor *lol*

Three more to go!

Ich wollte wieder einen Brunnen haben, mit grimmmigen Wasserspeiern. Nun, ich lief drei, vier, siebenundzwölfzig von diesen Schlössern ab, was für ein inflationäres Auftreten von Architektur.
Aber allesamt hatten „nur“ relativ simple Brunnen mit Fontänen.
Hm.
Ente, Dein Einsatz! Bitte lächeln! Im Hintergrund das Lingner-Schloss.

8. Ein bezauberndes Lächeln (Lingner-Park und Schloss)

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Am Fusse dieses Schlosses rannte ein junger Mann mit T-Shirt etwas verzweifelt mit seinem Smartphone im Kreis.
Ich weiss ja nicht, woran er es erkannt hat…
An der Kamera?
An der Badeente?
Am verzweifelten Gesichtsaudruck?
Am Schweiß auf der Stirn?
„Du machst doch auch beim Fotomarathon mit. Wo ist das Ziel? Ich hab kein GPS hier?“
Ha, das wusste ich, da war ich bei meiner Elbschlössertour schon dran vorbei gelaufen. Übrigens ohne an ein gewisses Zubehörteil für Thema 9 zu denken…

Für das Un-Thema auf Rang 2 hinter Synapsenkleber, „Untersetzt und angeschrieben“, nutzte ich dann, endgültig von allen guten Einfällen verlassen, das Werbefaß für ein Weinlokal, zusammen mit einem selbstgeschnitzten (statt eingesammelten) Bierdeckel.

9. Untersetzt und angeschrieben (im Lingner-Park)

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Ui, nur noch ein Thema!
Das ging dann doch alles recht zügig, wie ich erstaunt feststellte.
Dank Ente hatte ich schon eine simple, aber nette Idee. Und Gewässer gab es hier in den Parks ja sehr viele.
Das Lingnerschloss diente nochmal als Dresden-Element, und ich hatte es tatsächlich geschafft!

10. Ziehen lassen (Lingner-Park)

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Trotz anfänglicher Verzweiflung durchgehalten und alle 10 Themen nach den Regeln in der Zeit umgesetzt! Ich war sogar schon um 17 Uhr fertig.
Ich fühlte mich auch ziemlich genau so und auch etwas brainwashed, man zermartert sich doch ziemlich das Hirn, wenn man unbedingt kreativ sein möchte, aber genau das nicht geht.
Ohne die Löschoption gerät man leicht ins sinnlose Rumreisen, weil man immer denkt, es könnte doch noch etwas besseres irgendwo sein.
Ich hab mir sagen lassen, dass es einheimischen ziemlich genauso geht, denn die WISSEN schon gleich mehrere Sachen und können sich dann nicht entscheiden.
Da bin ich schon auf München im Juli gespannt, meinen ersten Heim-Marathon.

Im Nachhinein betrachtet war es wieder ein spannender, lustiger und auch anstrengender Tag in Dresden, auch wenn ich dieses Mal zuerst einen Themenschock hatte.
Nicht nur bei der Themenausgabe am Start fragte ich mich, was genau die Veranstalter beim Mottofindungsmeeting geraucht hatten, und waren nach Erfindung (*hahaha*) des fünften Marathons deren Gehirne auch so leer wie meins am Ziel?
Den Schädel konnte ich nicht gleich wieder füllen, aber am Ziel gab es leckeres Grillgut, und damit im Magen ging es mir gleich wieder besser.
Und irgendwie, als ich so mampfend auf meinen Chauffeur wartete, fand ich alles gar nicht mehr so dramatisch.
Ein bisschen ärgerte ich mich über ein paar suboptimale Belichtungen (digital verleitet zum Schlampen bei der Aufnahme) und darüber, dass ich mich schon wieder, trotz meiner 11. Teilnahme an einem Fotomarathon, dazu hatte verleiten lassen, in Panik auszubrechen, weil mir nicht sofort zwanzig kreative Geistesblitze kamen.
Einen Tag später sind mir auch noch jede Menge Fotoideen eingefallen, aber hinterher und ohne Zeitdruck ist man ja immer schlauer…

Nächstes Jahr bin ich wieder dabei, beim anspruchsvollsten Fotomarathon (obwohl der nur 10 Themen hat).
Danke an das ganze Team vom FMDD für die reibungslose, tolle Orga, den Kuchen, die Ideen und die Herausforderung!

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BLOCKBUSTER – In cameras all over Ulm – starting 17.05.2014

„Hey, diesjahr gibt’s nen Fotomarathon in Ulm! 12 Themen in 6 Stunden““Wie weit isses bis nach Ulm?“
„So 250 km von mir zu Hause aus!“
„Des is ja gar ned so weit, dann könntma an einem Tag hin- und zurückfahren!“

Abgemacht, angemeldet!

Meine Freundin Steffi und ich beschließen, erneut als BÖF-Team (Bayerisch-Österreichische Fotofuzzifreundinnen) aufzulaufen und erzählen das in einem Pferdeforum.
Denn neben Fotos haben wir noch ein anderes Hobby, Fjordpferde.
Und in diesem Forum läuft noch der ein oder andere Fotobegeisterte herum. Und so kam es, dass sich ein ganzer Pulk aus dem Pferdeforum zu einem Fotoevent anmeldete. Na, wenn das mal nicht eine gute Werbung war. Ob nun allerdings die First-Time-Fotomarathonisti genauso begeistert weitermachen würden wie wir… Nun… Wir werden sehen, wie sie den Tag überstanden haben.

Der Samstag war nun geplant, bis die Infomail mit der Anfangszeit kam… und ich berechnete die Fahrtzeit plus 3 Riesenbaustellen plus Puffer….
„Duhuuu, Steffi, wir müssten so halb sechs, sechs hier losfahren…“
*kreisch* „Wie jetzt, VOR dem Aufstehen????“
Also fix ein einfaches Hotel für eine Nacht gebucht, und es begaben sich an einem Freitag die BÖFs Richtung Westen.
Und weil seltsamer Weise irgendwie gefühlt keiner an diesem Tag die Autobahn München-Ulm benutzte, trotz Freitag, und die Staus an den Baustellen eher kleine Pausendeko waren, waren wir in knapp 2,5 Stunden schon am Ziel.
Dort traf man sich dann am Abend mit einigen der anderen Teilnehmer, ein Ehegatte kannte sich sogar aus in Ulm (alle anderen übrigens nur mäßig bis gar nicht), und auf dem Weg ins Fischerviertel zu einem leckeren Essen konnten wir die schöne Stadt schon einmal bewundern. Zwar hatte ich ein bisschen über Ulm gegoogled, aber in Echt gibt es noch viel mehr schöne Häuser und Ecken in der Stadt.

Mehr Schlecht als Recht geschlafen wird am nächsten Morgen die Ausrüstung geprüft, der Rucksack – nach mehreren Marathons lernt man dazu – bis auf das Nötigste entpackt (was immer noch 2 schwere Objektive und eine schwere Kamera bedeutet, sowie etwas Schnickschnack für eventuelle Notfälle… Würfel, Block, Stift, Tesafilm, Schnaps… 😉 Scherz….), Datum und Zeit nochmal checken, dann aus dem Hotel auschecken und die Abfahrtslage der Trambahn abchecken und dann in ein Café einchecken, das den Vorrat nicht gecheckt hat und es gibt – KEINEN KAFFEE! Und kein Ersatz-Café…Wie soll ich denn ohne Augen durch den Sucher gucken? Da spart man sich das Hotelfrühstück und schon muss man schlafend durch die Stadt wandeln.
Au weia. Das wird hart. Ob es am Start wohl einen Kaffeeladen….
Nope.
No coffeine.
Seufz.
Es ist der erste Ulmer Fotomarathon, das Team ist klein, freut sich über die Teilnehmer und die Organisation läuft gut. Man bekommt eine schöne Startnummer am Schlüsselband (was ich wirklich viel besser finde als ausgedruckte DIN A5 Zettel, die man immer irgendwo hinknickert), Kärtchen für eventuelle Models, die somit wissen, wer sie fotografiert hat und wo sie ihre Bilder ansehen können. Aber es gibt keinen Stadtplan.
Ui.
Jaja, ich habe mein Smartphone, und das hat Online und GoogleMaps und AppleMaps und so weiter, aber so ein gedruckter Stadtplan…irgendwie… Ich brauch den als Backup und zum dran Festhalten.
Hier rettet uns ein liebes Pferdeforumsmitglied, in ihrem Hotel lagen Pläne aus, und sie hat mehrere mitgenommen. Sie war auch unser Nachzügler und passte nicht „in die Reihe“, denn wie man auf dem folgende Foto erkennen kann, hatten wir uns ziemlich zeitgleich angemeldet….

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Die zwei links mit den Augen auf Halbmast sind „wir“.
Auf jeden Fall sind wir alle gut gelaunt und lachen viel und scherzen herum, und eine Dame bekommt mit, dass Steffi aus Tirol angereist ist und ich aus Oberbayern.
„Waaaas, für den Fotomarathon? Extra hierher gefahren?“
Ja, wir machen das öfter, und das, obwohl wir noch nie einen Blumentopf gewonnen haben. Wir wurden höchstens mit einem beworfen.

Und so harren wir der Themenausgabe.
Michael, der Initiator des Ulmer Marathons, der uns im Vorlauf so nette Mails mit der Überschrift: „Achtung, keine Werbung!“ geschickt hat (normalerweise sind Mails mit dieser Überschrift genau eben das – Spam 😉 ), tanzt schon um dreiviertel zehn morgens auf dem Tisch, um uns alle zu begrüßen unde uns nochmal die Regeln einzubläuen.
Keine Bearbeitung hinterher.
Keine falsche Reihenfolge.
Keine falsche Uhrzeit.
Nicht zu spät abgeben.
Zu jedem Thema nur ein Bild…

Themenausgabe!

Nach 12 nicht füttern.
Nicht nass machen.Nicht dem direkten Licht aussetzen…. fiel mir da nur ein…

BLOCKBUSTER!

Das „Überthema“ zum ersten Ulmer Fotomarathon. Und klein Meike, von Beruf Coloristin für Film- und Fernsehproduktionen und kinoverrückt seit „Das Dschungelbuch“, freut sich einen Hax aus, wie der Bayer sagt.
Erstmal.
Denn Fotomarathon bleibt Fotomarathon: In 6 Stunden müssen Dir 12 Umsetzungen in der richtigen Reihenfolge einfallen. Und zwar realisierbare Umsetzungen.
Und die Uhr läuft gegen uns…wir müssen den Ausgang finden, bevor sich das Zeittor für immer schließt…
Film ab!

1. Vom Winde verweht…
2. E.T. – Der Ausserirdische
3. Der Herr der Ringe
4. Rain Man
5. Das Leben der Anderen
6. (T)Raumschiff Surprise – Periode I

„Verschieben wir’s auf morgen!“…. fällt mir als erstes ein, eine tränenüberströmte Vivien Leigh auf der Treppe von Tara.. Nun… Kein Tara, keine Vivien… Nehmen wir lieber etwas abstraktes. Für ganz großes Kino haben wir weder die Sets, noch die Schauspieler, und vor allem haben wir keine Zeit!
Ich habe eine Idee und möchte zum Bahnhof, und da fällt mir auch schon etwas für Thema 2 ein. Ganz sicher fällt mir aber kein roter Faden ein. Naja, ich bin in Ulm und mache Fotos, ist ja auch ein roter Faden 😉
Zum ersten Mal wäre mir da in München einfach mehr eingefallen als in der „vorhandenen“ Stadt, weil ich schlichtweg in München arbeite und berufsbedingt so einige filmische Austattungsgegenstände hätte besorgen können. Aber das wäre ja auch einfach. Und wir mögen es ja kompliziert…
Wir warten also an der Messe erstmal auf die Trambahn in Richtung Innenstadt, die sogar bis zum Bahnhof fährt. Während des Wartens (und der Vorfreude auf ein koffeinhaltiges Heißgetränk am Bahnhof) sehen wir den vor Ort verbliebenen Teilnehmern zu, die ihr erstes Thema umsetzen. Eine unserer „Neuanwerbungen“ sitzt schon ordnungsgemäß mitten auf dem Asphalt und focussiert ihre Startnummer.
In der Trambahn folgt Brainstorming zu den Filmen, wir sind noch ganz ruhig. Wir wissen beide etwas für das erste und das zweite Thema, und für „Rain Man“ erzähle ich Steffi erstmal die Handlung des Films, und komme dabei auf eine Fotoidee.
Also, drei Themen sind schonmal safe.
Ulms Hauptbahnhof ist nicht so ganz der große, dramatische Bahnhof, eher so mittelmodernes Design, da der alten Bauten wohl den Krieg nicht überstanden hat. Schade, aber ich brauche ja nur einen fahrenden Zug und keine große Empfangshalle.
Auf dem Weg zu den Gleisen gibt es erstmal einen Stopp beim Bäcker, und ENDLICH kann ich meine Augen öffnen: Ja, bitte den Milchkaffee so groß wie möglich!!!!
Die geöffneten Augen vermitteln, dass relativ wenige Züge abfahren. Wir richten uns häuslich neben einem ein, der wohl demnächst abfahren soll, weil der Lokführer sitzt drin. Der liest aber dann irgendwann Zeitung und steigt anschließend aus.
Oh.
Also zum nächsten Gleis, da fährt um kurz vor 11 ein Zug nach Stuttgart ein. Ich starte bei dessen Ausfahrt die ersten Versuche zu meinem ersten Beitrag, und beschließe dann, den gerade einfahrenden Zug am Bahnsteig gegenüber für den zweiten Versuch zu nutzen. Dieser Zug ist ausgerechnet ein Gefährt der Österreichischen Bundesbahn und fährt über München nach Klagenfurt. Nach Hause quasi.

Also wird erst nochmal der irgendwie völlig überschätzte Fahrtwind genutzt, um mein Halstuch mit der Startnummer flattern zu lassen, und dann möchte E.T. nach Hause und streckt seinen Alien-Finger zur Anzeigetafel. Auf der der Zug Richtung München angeschrieben steht, und die von Ufo-Licht erleuchtet wird.
Steffi meint, sie hat aber keine schönen Finger. Das ist ganz egal, wir reden doch von Ausserirdischen…
Zwei ältere Herrschaften hören mit großen Augen zu, wie ich Steffis Finger durch die Gegend koordiniere, und als ich „HABS“ rufe, sagt die Dame: „Ich glaube, Sie dürfen jetzt wieder atmen!“
Die Ulmer haben Humor.
Für Steffis erstes Foto tigern wir ans Ende des Bahnsteigs, wo sich eine dekorative Alufolie im Wind rumtreibt, und für ihr zweites Foto gehen wir zu einer Telefonzelle.
Die steht auf dem Bahnsteig von Gleis 1.
Da kommt doch so eine neonorange gekleidete Dame von der Bahnaufsicht und meint, wir dürfen hier aber nur mit Genehmigung des Bahnhofsvorstehers fotografieren, ansonsten sollen wir uns wegstauben.
Wus? Das war jetzt der 7. Fotomarathon, und noch nie hat jemand etwas gesagt, wenn wir am Bahnhof fotografiert haben.
Ich rufe die Notfallnummer an, und Michael meint, ich werde nicht disqualifiziert, wenn ich schon Fotos habe, aber um Ärger zu vermeiden, sollen wir lieber nicht weitermachen.
Gut, ein zweites Foto für Steffi machen wir dannn ausser der Reichweite des Hausdrachens, aber bei näherer Recherche im Internet hätten wir ruhig weiterfotografieren können. In der Hausordnung der Bahn ist nämlich gewerbliche Fotografie ohne Genehmigung untersagt, und DAS haben wir ja nun nicht gemacht. Ich finde sogar diesen Brief der Bahn an eine Fotografin (Namen sind natürlich unkenntlich gemacht). Gut, für’s nächste Mal bin ich vorbereitet. Aber irgendwie bin ich es ja auch aus dem täglichen Leben gewohnt, dass die Bahn nie das macht, was man gerade brauchen kann…

Nun ist es kurz nach 11 Uhr, und wir traben zu einem Tattoo-Studio… Ich möchte den Herrn der Ringe fotografieren. Natürlich stellt es sich nicht so einfach heraus, die Hausnummern zu finden, und eine Dame bremst ihr Fahrrad und fragt, ob wir etwas suchen und sie uns helfen könne.
o.O Wir sind erstaunt, das ist uns noch nirgends pasiert
Die Ulmer haben ein Herz für verlorene Fotografen!
Tatsächlich weiß die Dame den Weg zum Tattoo-Studio, und ich finde dort auch ein passendes Model, das den Herrn der Ringe mimt. Zettelchen mit Ausstellungsdatum verteilt (auf dem, wie ich dann feststellte, die Internetadresse fehlt, das wäre ein Tipp für’s nächste Mal) und weiter.
Steffi forschte derweil nach einem vierrädrigen Modell für ihren Herrn der Ringe. Ein großer bayerischer Autohersteller bekommt kostenfreie Werbung an diesem Tag.
Es ist 11:30, wir haben etwas getrödelt und beschliessen, erstmal zum Theater zu fahren, an dem sich die Zwischenstation befindet.
Dort treffen wir auch einige der Forumskolleginnen wieder.
„Wieso schreibst Du immer, Du verzweifelst bei Bild soundso, ich war von Anfang an verzweifelt!“
Ja, so isses beim Fotomarathon…
Nach kurzer Aktiv- und Passiv-Rauchpause ziehen wir wieder los.
Und zwar gehen wir beim Kaufhof einkaufen. Steffi besorgt Spielkarten und Jetons, ich besorge – Zahnstocher. Und ich hoffe, das Team vom Fotomarathon kennt den Film so gut wie ich, und auch die Schlüsselszene, in der Charlie merkt, dass sein autistischer Bruder eine Hochbegabung hat. Ein paar bunte Würfelchen kommen auch noch ins Bild. Und weil die Zahnstocher ja im Film auch gefallen sind, lässt Steffi Würfel und Zahnstocher auf eine Treppe an einem Kanal rieseln.
Jetzt halten uns die Ulmer für komplett bescheuert.
Egal. Weiter.
Ich erzähle den Inhalt von „Das Leben der Anderen“. Währenddessen laufen wir an einer Parkgarage vorbei, und ich kann das Überwachungs-Kabuff fotografieren. Das mache ich durch die Scheibe, damit es noch mehr nach „spannen“ aussieht. Und der freundliche Wärter reicht mir noch einen Innenstadtplan.
„Sowas haben sie doch bestimmt gesucht!“
Hat er gehört, dass wir uns fragten, wie wir zur Donau kommen?
An der Donau angekommen stelle ich fest, dass die in Ulm ja noch richtig winzig ist, so im Vergleich zu Passau oder Wien. Und es gibt auch irgendwie keine Schiffe.
Selbst ist die Frau! Aus Papier und Tesafilm wird das Zubehör für’s (T)Raumschiff gebaut. Surprise, Surprise…
Steffi hat unglaubliches Glück, es kommt tatsächlich ein ziemlich spaceiges Solarboot auf der Donau angeschippert! Ob die Passagiere zur Wahl der „Miss Waikiki“ antreten, ist allerdings unbekannt.

Zweite Hälfte!

7. King Kong
8. Krieg der Sterne
9. Hangover
10. Der Zauberer von Oz
11. Die Lichter der Großstadt (Chaplin)
12. Ziemlich beste Freunde

Ich hab meinen fotografischen Hangover genau jetzt.
King Kong. Ideen hätte ich viele, aber wo kriege ich jetzt einen Kranführer her, der auf sein Arbeitsgerät klettert.
Am Ende wird es ein Großstadtaffe, der sich mit vielen PS lautstark auf die Brust klopft. Seufz. Knallblau, aber nicht das gewünschte Bild.
Für meinen Krieg der Sterne muss ich wieder zurück zum Bahnhof. Taxis fotografieren.
Steffi verzweifelt sowohl an King Kong, als auch am Krieg der Sterne. Die Zeit wird echt knapp.
Schließlich werden meine Fäuste KingKongFäuste hinter Gittern, und für Star Wars hab ich die unfassbare Idee.
Ja, ich habe es getan. Ich habe mir für Steffis Foto zwei Nussschnecken an die Ohren gehalten. Meine kurzen Haare gaben leider keine Ohrschnecken her…
Auf zum nächsten Thema. Wie kriege ich eine Matratze aufs Hoteldach, einen Tiger ins Bad oder einen Japaner in den Kofferraum?
Ich streiche die Segel und kaufe zwei Flaschen Bier im Kaufhof, da befinde ich mich in bester Gesellschaft, das machen ungefähr 20 Jugendliche auch.
Das Hangover-Bild finde ich noch schlimmer als das King-Kong Bild. Aber nun, die Zeit, und so….

Für den Zauberer von Oz habe ich einen Regenbogen gekauft, denn schließlich sang Judy von über dem Regenbogen.
Steffi hat eine grüne Hülle erstanden, mit der die Ulm in die Smaragdstadt verwandelt. Da kommt beim dritten Versuch ein dermaßen tolles Foto raus, dass wir beide wieder mit uns versöhnt sind.
An Ort und Stelle finde ich meine Lichter der Großstadt, für die ich meine Kamera auf Monochrome umschalte. Auch Steffi muss nicht weit laufen, ihre Lichter sind aber alles andere als Schwarz-Weiß, eher krachgrün.
So, auf Richtung Ziel, noch 20 Minuten für das letzte Foto!
Weil die Ulmer bis jetzt so freundlich waren, wage ich es erneut, einen unschuldigen Passanten anzuquatschen, der sich SOFORT bereiterklärt, mir seine Hand und Seinen Hund für „Ziemlich beste Freunde“ zur Verfügung zu stellen.
Toll!

Das Foto ist nett, aber mangels Sonne (die übrigens wenig später bis zum Abend schien) farblich etwas grenzwertig. Naja.
So, ab zu Foto Frenzel, einmal alles durchchecken, ob es auch 12 Fotos sind, die letzten Auswahlen treffen, welche Aufnahme bei schwierigen Entscheidungen nun genommen wird.
Und ab zu den Auslese-Laptops!

Ja, es sind 12 Fotos! Uff…
Nicht, dass ich nicht ungefähr 38 Mal nachgezählt habe…
Es gibt einen Abschieds-Kaffee und Abschieds-Kuchen, und wir sitzen auf dem Münsterplatz in der Sonne und…
Sehen gefühlte 500 Motive für die diversen Themen.
Wie immer.
Mit den Forumsmädels gibt es noch Fotogucken und lustiges Revue passieren lassen des Tages, und ich bin gespannt, ob einige davon so etwas nochmal machen.

Ulm ist jedenfalls für Fotomarathonisti absolut empfehlenswert, das Team war supernett, die Orga hat gut geklappt, zum Beispiel auch das kontrollierte Lotsen zu den Laptops, damit da am Ende nicht x Leute anstehen. Es war auch gut, dass man zum Abgeben nicht Punkt vier an Ort und Stelle sein musste.
Die Themen waren spitze, meine Ideen leider nicht so umsetzungsfähig, aber wie immer, wenn wir zu so einem Event starten, kommt der Punkt, an dem wir uns fragen: „Warum genau machen wir den Sch…eibenkleister nochmal ständig wieder mit?“
Weil, so ganz in Summe, nach ein bisschen Nachdenken, nachdem man die Nachenschmerzen vom Kameragurt, die pochenden Füße, die peinlichen Momente flach auf dem Gehsteig liegend, vergessen hat.. Macht es halt einfach SPASS! Natürlich ist ein bisschen Ehrgeiz dabei, aber meistens ist es einfach nur jede Menge Fun. Und den hatten wir in Ulm auf alle Fälle!
Bis nächstes Jahr!

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Fotomarathon Dresden – Die Bilder ;)

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Fotomarathon Dresden – Der Lauf des Lebens….

März 2014

Wieso eigentlich Dresden, wenn man doch bei München wohnt?
Die haben da doch ihren eigenen.
Den haben sie, aber immer dann, wenn ich keine Zeit habe. Und man muss zugeben, dass ich seit meines ersten Fotomarathons in Wien 2004 – damals noch analog – so ein kleines bisschen süchtig geworden bin.
Meine Fotomarathonfreundin und ich meldeten uns für Ulm an, die dieses Jahr zum ersten Mal zu den Veranstaltern zählen, und wie ich so auf der Seite rumschmökere, finde ich die Daten für andere Marathons.
Und Dresden liegt zeitlich gut. Und da wollte ich schon immer mal hin.
Und schwupp – angemeldet für meine erste Reise nach Dresden… sozusagen.
Meine Fotomarathonfreundin hat keine Zeit. Und so droht mir der erste Marathon (5x Wien und 1x Hamburg), den ich alleine bestreiten muss. Der mitreisende Ehemann möchte nicht so 100%ig gerne 5 Stunden durch ganz Dresden jagen…
Alleine. Au weia.

Anfang April 2014

Ich beginne, mich in den Dresdner Marathon einzulesen.
Die Vorfreude steigt, die Themen der ersten drei Veranstaltungen waren richtig super! Vor allem beim 2011er wäre ich gerne dabei gewesen…
Langsam dämmert mir, dass alleine in einer fremden Stadt auf Wettbewerbs-Motivjagd zu gehen nicht so die beste Idee ist. Ich bestelle mir einen Reiseführer mit Stadtplan im Internet.
Und lese zum ersten Mal im Leben so ein Ding tatsächlich durch…

20. April 2014

Es sind noch 6 Tage bis zum Fotomarathon. Es ist Regen angesagt. Behauptet zumindest die 9-Tage-Vorschau auf der FMDD (abk. Fotomarathon Dresden) Seite.
Meine wasserdichte 3 in 1 Regenjacke, letztes Jahr im stundenlangen Regen beim Wiener Marathon getestet, habe ich Anfang des Jahres mittels Weichspüler wasserdurchlässig gemacht… Oh Gott!
Ich bestelle per Overnight eine wasser-, wind- und überhauptdichte Jacke.
Was muss, das muss…

25. April 2014

Es geht los! Per Auto werden die gut 520km Wasserburg am Inn – Dresden bewältigt.
Wir trödeln beim Losfahren – Ich muss ja dringend noch die Overnight-Jacke bei der Poststation abholen – und kommen gegen 21 Uhr in der sächsischen Hauptstadt an. Der Blick aus dem Hotelfenster verspricht eine interessante Stadt – von Frauenkirche bis Plattenbauhochhaus – und mit sternenklarem Himmel Aussicht auf einen schönen nächsten Tag.

26. April 2014 – Fotomarathon-Tag!

Mein Mann erkennt seine Frau nicht wieder.
Früh um acht wird durch das Hotelzimmer gewirbelt, der Kamerarucksack wird dreimal umgepackt. So wirklich brauche ich das lichtstarke Tele vermutlich nicht, aber weiiiissss man’s?
„Das Datum stimmt immer noch!“
brummt der Ehegatte, als zum x-ten Mal das Menü aufgerufen wird.
Es wird gefrühstückt, die Kameratasche bleibt bei Fuss, und los geht’s!
In einem Schreibwarenladen werden noch einige vermutlich unnötige Ausstattungsgegenstände erworben… Und weiter zum Hygienemuseum!
Da kann ich ja sogar zu Fuss hingehen.

Ich bin kurz vor zwölf am Startpunkt, einige andere sind auch schon da, ich bekomme Startnummer, Stadtplan, Rechteabtretung und einen Eisgutschein ausgehändigt, und dann setze ich mich in den Schatten auf die Treppe und sinniere, wie ich nun die 198 irgendwie kreativ gestalten UND in das erste Foto einbauen kann.

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Ich weiss zwar das Thema noch nicht, aber ich beschliesse, dass die Veranstalter rechnen müssen. So’n bisschen.
Der nette Herr neben mir hat seinen unschuldigen, nicht fotografierenden Bekannten mitgeschleift, die Frauen der beiden entspannen derweil wohl auf einer Bootsfahrt. Ob sich der Bekannte im Verlauf des Tages wohl mal gewünscht hat, auch lieber auf dem Sonnendeck zu liegen?

Kurz vor eins, einer vom Team greift zum Mikro und begrüsst die Teilnehmer!
Und kurz nach eins gibt es endlich die begehrten Zettel.
5 Themen und ein Zwischenziel.
„Der Lauf des Lebens“

Hmmmmm……

Das Licht der Welt erblicken
Spielend durchs Leben
Wissenshäufung
Blind vor Liebe
Auf der Überholspur

Uff.
Gleich mal abfotografieren und an die Fotomarathonfreundin und den Ehegatten schicken.
Ich besuche vor Schreck erst nochmal ganz in Ruhe die Waschräume des Hygienemuseums und fange dann an zu denken.
Kinder? Menschen?….. Naaaaaa….
Pflanzen? Hm, hab schon so viele gesehen, die als erstes eine Gegenlichtaufnahme durch das Baumlaub gemacht haben…
Hmpf.
Ich entscheide mich schliesslich, wie vermutlich viele andere auch, zur Gläsernen Manufaktur zu laufen. Da erblicken Phaetons das Licht der Welt.
Und weil ich mich ja so spitzenmässig in Dresden auskenne, laufe ich erstmal ganz gepflegt in die falsche Richtung…
Das fällt mir dann auf, als ich am Fussballstadion vorbei (!) gelaufen bin und an der nächsten Kreuzung stehe.
Hä, Fussballstadion?
Ich befrage im Smartphone Google Maps, welches mich umgehend auslacht und laut „HA HA, BLOND, NE?“ ruft.
Also, umdrehen und die ganze Strecke zurück. Die Trambahnen haben so einen komischen Takt, dass ich tatsächlich zu Fuss schneller bin.
Foto 1 also.
Startnummer aufbauen. 1 und 5+4 und 6+2
😀
Das Startfoto ist noch einfach, das kann man ja notfalls löschen und neu anfangen.
Nachdem ich eine hübsche Nr. 1 im Kasten habe, schreite ich zur 2.
Und weil die Belichtung doof ist, also nicht 100% meine Meinung, laufe ich nochmal zur Manufaktur, lösche alles, und fange nochmal von vorne an.
Und das mache ich komplett so noch ein zweites Mal.
*grummel*
Schliesslich streiche ich die Idee für Thema 2.
Ich kaufe erstmal endlich mein Tagesticket und mach mich auf gen Innenstadt.
Nach mehrfacher Prüfung, ob das denn auch die richtige Richtung ist, steige ich in die Tram.
An meinem nächsten Ziel angekommen bin ich erstmal überwältigt von der Frauenkirche… und den unglaublichen Menschenmassen o.O
Da ist fotografieren mit ohne fremden Menschen auf dem Bild fast nicht möglich.
Auf dem Platz sehe ich dann tatsächlich auch eine ganz nette Location für Thema 3. Ich habe mich dazu entschlossen, auf jedes Foto irgendein Fahrzeug zu bannen, nachdem ich ja nun mit einer Fahrzeug-Geburtsstätte angefangen hatte.
Tja, da stehe ich nun und überlege, wo ich in der Innenstadt nun ein verspieltes Fahrzeug herkriege.
Spielzeugauto?
Rund um den Platz, auf dem ich hier bin, gibt es nur Restaurants.
Und so gelange ich schon bei Foto 2 in den
Fotomarathonzustand A: Mir ist jetzt eh nix mehr peinlich!
Ich kaufe in einem Souvenirshop einen hellblauen Spielzeugtrabi.
Foto 2 wird an der Elbe geschossen, das Spielzeug balanciert auf dem Geländer, das in der Unschärfe verschwindet. Man muss da schon sehr viel interpretieren. Aber das Bild gefällt mir. Was ja nun zweitrangig ist, ich hätte es eh nicht löschen können/dürfen.
Foto 3 folgt auf dem Fusse. Viel Wissen rund um Fahrzeuge häuft sich im Transport Museum.
Es ist 15 Uhr, mir fehlen noch zwei Bilder von Block 1. Bis 16 Uhr muss man in der Zwischenstation sein. Ich schaue noch einmal nach, wo die genau ist. Und schon befinde ich mich in
Fotomarathonzustand B: PANIK!
Ich frage mich, wie lange man wohl mit der Trambahn bis zur Alaunstrasse braucht?! In Wien und Hamburg konnte ich das abschätzen, in Wien hatte ich eine Weile gewohnt, in Hamburg war ich schon sehr oft, aber hier? Ich eile zur Bahn zurück und freue mich, an der Haltestelle andere Fotomarathonisti zu finden und laufe denen einfach hinterher.
Vor der Bäckerei stehen wir dann etwas ratlos, bis sich eine Verkäuferin erbarmt und uns rüber auf den Flohmarktplatz schickt.
Ich kaue mittlerweile auf einem Plunderteilchen herum und stehe dann hysterisch lachend vor dem Menschen, der Eierschecke an die Teilnehmer verteilt.
So ein Mist, und ich hab keinen Hunger mehr :(
Leicht gefrustet greife ich mir einen Zettel und suche einen Sitzplatz.
Auf einem Betonsockel nehme ich schliesslich Platz. Wie sich wenig später herausstellt, auch auf einem alten Caramellbonbon.
Die weiteren Themen sind

6. Eins und eins macht drei
7. Höhen und Tiefen
8. Zweiter Frühling
9. Vergessen macht einsam
10. Abschied

Ich versuche, mich von meinem Betonsockelcaramell zu lösen, und entdecke beim Loslaufen meine Nummer vier, ein orangenes Auto mit einem Riesenherz auf dem Dach.
Haben bestimmt auch andere – falls noch jemand so verzweifelt im Block 1 herumkrebsen sollte – aber nun… die Zeit läuft mir davon.
Auf dem Rückweg möchte ich zu Fuss über die Brücke laufen – ich glaube, sie heisst Carolabrücke – um die Überholspur anzuvisieren.
Während ich überlege, von wo aus ich die Aufnahme mache, kommt ein Rettungswagen über die Brücke.
„Steilvorlage!“ schreit das Fotomarathonteilnehmerherz,
„Gnaaaahhhhh, du hast nur einen Schuss!“ streikt das Hobbyfotografenhirn.

KLICK

Fotomarathonzustand C: Verzweiflung.
Das war ja dann wohl das Streichergebnis. Wie kann man es nur schaffen, bei einem Rettungswagen im Einsatz die Millisekunde zu erwischen, in der keine Leuchtreklame zu sehen ist? Auch ansonsten ist das Bild nicht der Brüller, und überhaupt…
Jetzt erstmal Thema 6, und auf diesem Parkplatz hat auch kein einziges Auto einen Kindersitz drin.
Heule ich jetzt oder später?
Später. Einsatz 2 für meinen hellblauen Trabi. Is jetzt eh schon wurscht.
Parken können die hier auch nicht, die Autos stehen echt weit auseinander, aber irgendwie krieg ich zwei grosse und ein kleines Auto zusammen… Aua.
Höhen und Tiefen. Und das erste Mal, dass ich wirklich laut über die Regel mit dem Querformat fluche. Mensch, so ein Thema schreit doch nach Hochformat. Meine Tiefgarageneinfahrt passt nicht quer.
*schmoll*
Ich laufe wieder etwas wirr in der Stadtmitte rum – man sollte sich ja langsam dem Ziel nähern, das irgendwie ganz da hinten rechts ist. Dabei war ich gerade oben links. Das nimmt ja hier wirklich sportliche Formen an…
Da ziehen auch schon arg dunkle Wolken auf. Ein Tief sozusagen. Wie kriege ich da jetzt ein fahrzeugiges Hoch dazu? Nicht so einfallsreich und wieder äusserst interpretationsbedürftig nehme ich ein Durchfahrtshöhenschild vor den dunklen Wolken auf.
Zweiter Frühling?
Ich brauche einen Oldtimer. Oder… warte, war da nicht so eine altertümliche, wiederbelebte Kutsche bei der Frauenkirche gewesen, mit so bedauernswerten Pferden davor?
Die Kutsche ist nicht da, aber dafür ein echter Trabi, der jetzt Stadtrundfahrten macht! Nehm ich, mit schöner Kulisse, in gewisser Weise haben Frauenkirche und Neumarkt ja auch einen zweiten Frühling.
Vergessen macht einsam.
Ein altes, zugestaubtes Auto finde ich hier natürlich nicht, aber eben bin ich doch an so einem schönen alten Fahrrad an einem Blumenkasten vorbeigekommen… Das finde ich natürlich nicht mehr, aber dafür ein anderes. Schwierigkeit ist hier, den Platz so menschenfrei wie möglich zu erwischen. Was wollen denn nur die ganzen Leute in meinem Motiv??? 😉
Abschied
Fotomarathonzustand D: Euphorie
Nur noch EIN Foto und man ist noch IN der Zeit!
Per SMS hatte ich den Ehemann um Hilfe gebeten, doch der eine Autofriedhof, den er gefunden hat, ist erstens weit weg und zweitens geschlossen.
Also postiere ich mich an einem Taxistand.
Und stelle fest: Das Taxi ist in Dresden nicht das Fortbewegungsmittel der Wahl. Keiner kommt und mag wegfahren.
Und ich hab doch keine Zeit *heul*
Also gebe ich mich geschlagen und fahre zum Hauptbahnhof.
Wo übrigens genau gar kein Zug gerade WEGfährt. Nehm ich halt einen der steht, welch anspruchsvolles Motiv. Ich hätte schon gerne mal eine Langzeitbelichtung… Aber nun, hilft nix, denn ich muss zur Techniksammlung.
Das sieht weit aus.
Und in der richtigen Tram – in die richtige Richtung – kommt auch noch eine Ansage mit Sperrung und Dings und so und Haltestelle Pohlandstrasse doch bitte an der Haltestelle Dingenskirchen in die 44 umsteigen.
WHAT?

Fotomarathonzustand E: Torschlusspanik!
Schaff ich das noch rechtzeitig?

In der Tram sitzen wieder andere Teilnehmer, und ich renne wieder lemmingmässig hinterher. Mit dem Aufzug geht’s rauf in den Turm, ein bisschen anstehen, es ist 17:50 Uhr, als meine Fotos ausgelesen werden.

Fotomarathonzustand F: Freude

Ich hab es geschafft! Alleine! Und es sind 10 Bilder in der richtigen Reihenfolge!

Runter nehme ich die Treppe, rufe den besten Ehemann der Welt an, um die Abhol-Location durchzugeben… Und kaufe mir im benachbarten Supermarkt die grösste Dose Red Bull, die man kriegen kann, und Schokolade! Das eine, um Energie zu spenden, das andere, weil ich es mir verdient habe.
Und während ich so vor mich hin warte, beschliesse ich, nächstes Jahr wieder mitzumachen, wenn der Termin passt.
Die Organisation war super, die Themen anspruchsvoll, aber gut, und die Locations waren so verteilt, dass man wirklich viel von der Stadt gesehen hat.
Und das alles kann man ja nicht unfotografiert lassen!

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Frohe Weihnachten!

Joe in snow

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05.06.2010 – Kamillos Birthday

Mein Gott, wie die Zeit vergeht…. Nu isser schon 2 Jahre alt!

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16.02.2010 Der Kamillo und sein Kumpel Gipsy

Kurz nachdem Kamillo bei uns eingezogen war, kam noch ein fünftes Pferd dazu. Der Welshponyhengst „Gipsy“, ein zuckersüßer kleiner Fuchs mit Blesse, jeder Menge Mähne und ganz, ganz kleinen Ponyöhrchen.

Leider mochte der Chico den kleinen nicht, deswegen mußten wir die Herde trennen, Kamillo liebt den Welsh, deswegen stehen die beiden jetzt zusammen.

Und nach jahrelanger Einsamkeit im Hinterhof einer Wirtschaft, erlebt Gipsy nun seinen zweiten Frühling mit dem Jährlingshengst!

20100216_web-33

Meistens sind sie eigentlich friedlich und fressen Heu, dann aber wieder kommt es zu netten Kämpfchen, wie es bei „kleinen“ Hengsten so üblich ist. Hier eine kleine Bilderreihe der Wildfänge:

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09.02.2010 – Joschi schneit ein!

Unglaublich, aber wahr, wir haben einen richtigen Winter!
So wie damals, als ich noch jung war…

MIt viel Schnee, Eiseskälte und vielen fluchenden Mitmenschen, die sich doch schon alle so über die Klimaerwärmung gefreut hatten. Ich persönlich freue mich über jede Jahreszeit, die noch zu erkennen ist, ich wohne schließlich nicht in den Tropen.

Joschi und seine Kumpels finden Schnee jedenfalls nicht verkehrt.

Guck, es schneit draußen!

Guck, es schneit draußen!

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08.02.2010 Ein paar Winterfotos

Ich hatte Besuch von meiner Freundin Steffi Kirchmaier, die ein paar schöne Fotos von Joschi und mir machte, ebenso war ich selbst einmal mit der Kamera im Schnee.

Hier nun zuerst die Fotos von Steffi Kirchmaier, meiner Fotografen-Freundin. Wer in Tirol schöne Bilder braucht, ist mit Steffi gut beraten :-)

Zwei Spuren im Schneeee *sing*

Zwei Spuren im Schneeee *sing*

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01.02.2010 Himmel, wie die Zeit vergeht!

Jetzt ist schon wieder so viel Zeit ins Land gegangen…

Leider haben mich einige private Dinge und jede Menge Arbeit vom Blog-Schreiben abgehalten, aber nun habe ich Urlaub.
HURRA!

Mittlerweile gehen Joschi und ich auch ab und an ins Gelände, jedenfalls war das so, bis das seltsame Winterwetter uns Eisglätte auf allen Wegen bescherte. Zum Rest des Beitrags »

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