Der Anfang – Oder: Wer nicht sucht, findet trotzdem!


Mein Leben mit Joschi Knopfauge beginnt mit einer Anzeige im Fjordpferde-Forum:

„Verschenke meinen 13jährigen Fjordpferde-Wallach“

Es folgte ein so ehrlicher Text über das Pony, daß in mir das Moderatoren-Herz höher schlug mit der Nachricht: Frag sie, warum sie ihn hergeben möchte! Sag ihr, sie soll sich das überlegen!

Etwas frustriert von meiner aktuellen Suche nach einer Reitbeteiligung, ich fand ja keine geeignete Nachfolge für Kiwi, schrieb ich eine Email an die Verfasserin der Anzeige. Zeitgleich bekam ich von einer guten Freundin angeboten, eine ihrer Stuten für ein halbes Jahr zu übernehmen. Oh, was für ein tolles Angebot! Und ich versuchte, einen Stall zu finden. Und stieß auf lauter antifeministische Offenställe 🙁 Teilweise war sogar eher ein Hengst erwünscht als eine Stute. Also war ich noch frustrierter, aber andererseits entstand ein sehr netter Email-Schriftverkehr mit der Besitzerin von Joschi, dem „zu verschenken“ Fjord.

Nun beschlossen wir recht bald, daß ich mir den Wallach ja mal anschauen könnte, vielleicht würde er mir gefallen. Also machten wir einen Termin aus, und 14 Tage später fuhren mein kleiner Kampf-Peugoet und ich gute 230km nach Baden-Wüttemberg.
Und was sich aus den Emails schon heruaskristalliesiert hatte, Besitzerin und ich verstanden uns auf Anhieb bestens und konnten sofort über Gott und die Welt beraten, wir rastschten so sehr an diesem Tag, daß wir ab und zu sogar das eigentliche Thmea des Tages vergaßen: Den Joschi!
Wir schauten viele Fohlenbilder und Aufzuchtbilder, das erste Reiten, die ersten Anzeichen des Sommerekzems, die Besserung selbiger nach radikaler Kürzung des leckeren Grüns im Umkreis.

Schließlich machten wir uns auf zu Joschi und seinen zwei Mädels, einer Island- und einer Haflingerstute.

Erster Blickkontakt

Erster Blickkontakt

Ich putzte ihn, und er war absolut brav, gab alle vier Hufe, und ließ sich von den zahlreich vorhandenen Bremsen und Pferdebremsen weniger beeindrucken als wir zwei Frauen, die wir wie Windmühlen mit den Armen ruderten, um den Viechern Herr zu werden.
Der seit 1,5 Jahren nicht mehr gerittene Joschi ließ sich ohne Zappeln Satteln und mit gebissloser Zäumung versehen, und wir marschierten los. Zugegeben, das leckere Gras am Wegesrand war wesentlich verlockender als meine Zügelhilfen mit dem gebisslosen Teil, aber nichts desto trotz hörte er auf Schenkelhilfen, ging brav vom Stall weg und ruhig wieder zurück (wenn auch einen Zacken schneller). Aber der Schritt, der war einfach nur Klasse! Ein Sofa! Ein Meike-Schritt!

Joschi und ich waren uns offensichtlich so sympathisch wie seine Besitzerin und ich. Und ich war seinen braunen Augen und dem tollen Schritt sofort erlegen. Und so wurde es beschlossen:

Joschi sollte am 16. August nach Bayern umziehen!

Ich konnte es kaum fassen. Erst soviel Pech mit Reitbeteiligung und Stallsuche, dann soviel Glück auf einem Haufen. Und das mir!

So fröhlich und gelassen habe ich selten einen Stau ertragen, denn leider hatte ich für die Rückfahrt beschlossen, die Route über die A8 zu probieren, und die war dann prompt gesperrt und ich stand 2 Stunden vor einer Brückenbaustelle, bis ich endlich auch an der Ausfahrt für die Umleitung ankam…

So, nun geht es demnächst weiter mit Stallsuche, Abholung, und den ersten Tagen im neuen Heim!

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