Der langersehnte Tag ist da – Wir holen Joschi ab!


Sechs lange Wochen mußte ich nun warten.
Das zweite Augustwochenende war für die Jubiläumsveranstaltung der IGF in Alsfeld reserviert, eigentlich nicht nur das Wochenende, sondern ganze 4 Tage. Also hatten wir beschlossen, Joschi erst Mitte August zu holen, und zwar am 16. August, dem Sonntag, da am 15. in Bayern Feiertag ist und somit reichlich Verkehr, noch mehr als an einem normalen Ferienwochenende.

Ich überlegte, wo ich wohl am besten einen Anhänger bekommen würde, ich wurde auch fündig, stutzte allerdings über den Preis: 100 Euro für einen Anhänger übers Wochenende. Na prima, für das Geld kriege ich bei einer Autovermietung ein Auto, das von alleine fahren kann 😮 Meine Freundin bot mir wenig später ihren nagelneuen Humbaur 2er-Hänger an. Den wollte ich zuerst gar nicht haben, ich hatte Angst, ich mache ihn kaputt.
Das Auto stellte mein Schwiegervater, einen 5er BMW, der über 2 Tonnen ziehen kann. Als ich den Hänger dann in live sah, wußte ich, daß die Wahl des Autos eine gute Idee gewesen war. Was für ein Monstrum von Pferdeanhänger!

NIcht, daß er es ziehen könnte, aber der Hänger könnte meinem Püscho als Garage dienen.

NIcht, daß er es ziehen könnte, aber der Hänger könnte meinem Püscho als Garage dienen.

Nun war es nur noch 1 x schlafen bis Joschi.
Von schlafen konnte bei mir aber keine Rede sein. Ich war so furchtbar aufgeregt.
Joschis Besitzerin wollte mit uns mitfahren und schauen, wo ihr Pony hinkommt, und ich fragte mich, ob der ausgesuchte Stall wohl auch richtig ist. Würde Joschi auf den Hänger gehen? Wie tröstet man jemanden, der einem sein Pony schenkt, und vermutlich beim Abschied weint? Denn ich würde mich ja freuen… Wie würden wir alle vier, Joschi, seine Besitzerin, mein Mann und ich die Fahrt überstehen?
Fragen über Fragen, 2 Stunden Schlaf waren das Resultat dieser Gedanken.
Dann war endlich der neue Tag da, der 16. August. Auf den Tag hatte ich nun noch nie gewartet….

Zuerst ging es mal ans Ankuppeln:

Sieht immer noch groß aus, trotz des Autos

Sieht immer noch groß aus, trotz des Autos

Wir wollten mein Auto am Stall stehen lassen, da ich nach dem Transport Joschis Besitzerin nach München zum Hauptbahnhof bringen wollte und Veit den Hänger zurück zu meiner Freundin.

Können wir jetzt endlich fahren???????????????????

Können wir jetzt endlich fahren???????????????????

Und dann ging es tatsächlich los. Wenn man nur mit maximal 100km/h fahren darf (der Hänger hat die entsprechende Zulassung), merkt man erst, wie schnell man sonst fährt.
Ich: „Boah, sind die alle schnell!“
Mein Mann: „Wenn dieses Monstrum nicht an dem Auto hängen würde, wären wir auch schon da!!!“
230 km ziehen sich, wenn man zieht.
Ich weiß wirklich nicht, wie jede Menge Menschen das überleben können, jedes Jahr bei 30°C im Schatten mit vielen Staus mit Wohnanhänger hintendran 1000km nach Italien zu eiern…
Gegen 12 Uhr kamen wir in Bad Buchau an, und wir wurden mit sehr lecker Pizza und noch viel leckererem Dennede (das ist so ähnlich wie Flammkuchen, aber mit anderem Teig und mit Kartoffeln – Also, lecker einfach, das Rezept habe ich auch schon….)
Ich konnte nur leider nicht so viel essen, ich war doch so aufgeregt…

Dann packten wir Joschis Sattelzeug ein und fuhren los zum Stall. Dominik und Henrik, Mann und Kind von Joana, kamen auch mit zum Stall, zum Tschüß-Sagen, da wurde mir schon etwas flau im Magen. Aber Joana war sich sicher, daß Joschi dringend mehr Betreuung braucht, also blieb es dabei: Joschi zieht nach Bayern um!

Die Anfahrt zum Stall war relativ einfach, bis auf eine fiese Kurve. Aber wenigstens mußte man nicht rangieren, auch wenn mein Mann das perfekt beherrscht!

Das Reisemobil stehe bereit...

Das Reisemobil stehe bereit...

Diese Aussicht hatte Joschi bis jetzt

Diese Aussicht hatte Joschi bis jetzt

Hier habe ich ihn frisch aus dem Stall gepflückt. Man beachte das dümmliche Grinsen in meinem Gesicht...

Hier habe ich ihn frisch aus dem Stall gepflückt. Man beachte das dümmliche Grinsen in meinem Gesicht...

Joana übernahm die Führung und Joschi ging ganz brav in den Hänger. Als würde er in seinem Leben täglich nichts anderes tun.

Joana übernahm die Führung und Joschi ging ganz brav in den Hänger. Als würde er in seinem Leben täglich nichts anderes tun.

Da wir wegen der Hitze die obere Hängerklappe offen lassen wollten, gab es eine leichte Decke, und ich hatte auf gut Glück mal bei Krämer Transportgamaschen bestellt. Und ein Halfter. Und eins in Reserve. Und einen Strick. Und einen in Reserve. Und… Äh… Ja, was soll ich sonst während der Wartezeit tun??????????????????????????????????????

Jedenfalls war der Kleine gut ausgestattet für seine Reise, und wir fuhren gegen 13 Uhr in Bad Buchau los. Eine wahnsinnig lange, bergige und kurvige Landstraßenstrecke war der Anfang. Als wir nach ca. 45 Minuten nach Joschi schauten, tropfte ihm der Schweiß von allen Körperteilen. Der arme mußte sich wohl ganz schön anstrengen, nicht umzufallen. Wir hörten ihn manchmal rumpeln, aber nicht treten.
Joana und ich gerieten wieder ins Ratschen, und mein Mann versuchte, gleichzeitig zum ersten Mal ein Pferd zu kutschieren und die blöd ausgeschilderte Umleitung zu finden, und als er eine Abzweigung verpasste, bekamen wir Mädels einen Rüffel, doch gefälligst erst auf der Autobahn wieder zu Ratschen und bitte auch mit nach dem Weg zu schauen.

Okaaaayyyy…. *flöt*

Wir fuhren knapp 4 Stunden, und auf der Autobahn wurde auch Joschi ruhiger. Als wir nochmal nach ihm sahen, schwitzte er kaum noch.

Um 17 Uhr kamen wir schließlich im neuen Stall an. Und Joschi durfte endlich aussteigen.

Es ging erstmal auf den Paddock, Beine vertreten.

Es ging erstmal auf den Paddock, Beine vert

Ein klein wenig buckenl...

Ein klein wenig buckeln...

Die müden Muskeln lockern....

Die müden Muskeln lockern....

Und mal richtig laufen...

Und mal richtig laufen...

Und das Wälzspektakel:

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Danach ging es dann erstmal über Nacht in den Stall, in der Box hat man Ruhe und kann die neuen Nachbarn langsam kennenlernen.
Sein zukünftiger Stallgenosse Gigolo, Deutsches Reitpony, Dunkelfuchs, genannt Chico, quietschte und quäkte ganz schrill und wir befürchteten für den nächsten Tag das schlimmste.

Joschi dagegen blieb ganz cool, sah sich seine Box an, sah zum ersten Mal in seinem Leben eine Futterkrippe und fand und bediente auch die Selbsttränke, die er draußen nicht anschauen wollte. Gott sein Dank. Und immer wieder schnuffelte er zum divenhaften Chico rüber.

Nach einer Stunde wurde es Zeit, Joana nach München zum Bahnhof zu bringen. Der gefürchtete Moment.

Ein ganz schön blödes Gefühl, wenn man sich einerseits freut wie nix, und andererseits eine Träne verdrückt, weil jemand anderes gerade einen ganz und gar fürchterlichen Moment erlebt.

Doch auf dem Weg nach München beruhigten wir unsbeide wieder und planten schon den Besuch im nächsten Jahr. An diesem Abend verabschiedete ich eine neue Freundin am Gleis 15.

Natürlich ging es nicht anders, ich fuhr nochmal in den Stall, als ich aus München zurückkam. Er hatte Sägespane auf dem Rücken, also hatte er sich hingelegt. Sehr fein. Der Bauer, der auf dem Hof wohnt, sah ob der späten Stunde auch gleich nach, wer da im Hof rumschlich. Also, die Pferde sind gut bewacht!

An diesem Abend schlief ich dann besser ein.

Mein lieber Mann, der uns so toll durch die Lande kutschiert hatte („ich werde nie wieder etwas sagen, wenn einer mit Pferd im Hänger mit 60 über die Landstraße kriecht!!!!“), war schon auf dem Sofa eingeschlafen.

Nun kam die nächste aufregende Aktion: Der erste Tag im neuen Heim und das Kennenlernen der Kumpels

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